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Über hörende Augen, sprechende Hände und knallrunde Schokomurmeln

Wenn Kinderhände sprechen lernen

21.08.2011 14:16 von Julia Wolkerstorfer (Kommentare: 0)

Sie versteht mich nicht. Eh klar. Immer das gleiche Dilemma und immer gerade dann, wenn ich es unbedingt ganz schnell brauche, also auf der Stelle, versteht sich. Herumzicken hilft dann auch nicht mehr viel. Mama tut dann so, als hätten ihre Ohren schlagartig auf Frequenz "Komplettausfall" gezappt. Supa. Und ich häng da, artikuliere höchstleistungssportlich wild und kriege erst recht nicht, was ich will: Es, das Sackerl mit den geilsten Schokomurmeln dieser Welt. Und nein, ich habe keinerlei Bock auf die Hirsebällchen-Alternative.

gebärdene Kinder im Verein Kinderhände

So weit so gut. Meine Sprache ist noch nicht da, wo ich sie gern hätte. Die Schokomurmeln sind noch viel weiter weg. Aber die Idee, dass ich es einfach mal mit den Händen versuche, die ist da vielleicht gar nicht die Allerblödeste. Immerhin bin ich jetzt satte 1,5 Jahre alt, mir entfallen die einen oder anderen Worte, die allermeisten von ihnen habe ich aber einfach noch nicht drauf. Ich befinde mich entwicklungstechnisch dort, wo ich mit einer Leichtigkeit (bei der Sie mit Sicherheit neidisch werden, wenn Sie nur ansatzweise daran denken) Dinge erfasse, Bilder aufsauge und vor allem - Sprachen erlerne. Am liebsten spielerisch, versteht sich.

Spielräume erweitern

Das letzte, was mir da in letzter Zeit also so untergekommen ist, ist die Gebärdensprache. Meine Mami meinte irgendwann, mich in einen Gebärdensprachkurs für Kleinkinder stecken zu müssen. Ich bin übrigens nicht gehörlos. Ich höre einfach nur dann, wenn ich es für richtig halte. Wie auch immer: Ich ließ mich hinschleppen und musste nach anfänglichem Zögern feststellen: Das ist gut dort. Die Trainerinnen sind total nett, singen mit mir und lernen mir, mich mit meinen Händen auszudrücken. Einige Kinder können hören so wie ich, andere nicht. Einige sind so klein wie ich, andere schon größer. Ich muss mich übrigens dringend wieder rund um die "beste Schokomurmel der Welt-Gebärde" schlau machen.

Spielregeln einhalten

Sie hat etwas geheimnisvolles, diese Gebärdensprache. Du verstehst sie theoretisch auch durch die allerdicksten Wände hindurch oder dann, wenn du gerade mal nicht so aufdrehen sollst. Du kannst dich später mal auch mit gehörlosen Kindern zum Fußball verabreden, ohne dass du einen lästigen Dolmetscher dazu brauchst. Mama oder Papa kannst du übrigens gleich mitlernen lassen, die haben sicher auch ihren Spaß daran.

Auch hier gilt aber die Spielregel: Erst die Übung macht den Meister. Denn wer das so schlacksig angeht wie ich, der steht am Schluss mit einem gewaltigen Problem da: Du kommst nicht an deine Schokomurmeln ran.

Aber was das alles mit Spinnen, Seidentüchern und Fischen zu tun, das musst du jetzt schon selbst rauskriegen.

Web: Verein Kinderhände

 

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